Die nicht geheimen Geheimnisse des Brotbackens

Brot ist eins der Hauptnahrungsmittel in Deutschland. Entsprechend finde ich wichtig, dass bei uns gutes Brot auf den Tisch kommt. Und es ist immer am besten, wenn es frisch aus dem Ofen kommt - so bin ich am Anfang zum Backen gekommen. Eigentlich reicht das Argument auch schon, aber selber Brot zu backen hat noch viel mehr Vorteile:

Brote Man weiß, was drin ist. In der industriellen Herstellung wird a) viel Salz verwendet und b) mit Zusatzstoffen gearbeitet, die teilweise dafür da sind, um den Teig besser verarbeitbar für die Maschinen zu machen. Die meisten Backfabriken stehen irgendwo im Osten, wo die Anlagen vermutlich längst nicht so penibel kontrolliert werden wie in Deutschland, und selbst hier gab es schon Skandale. Wenn ein Brot nach 5 Tagen Raumtemperatur weder ausgetrocknet noch angeschimmelt ist, sollte der gesunde Menschenverstand sich einschalten und fragen: Was ist da drin, dass selbst der Schimmelpilz es nicht anrührt? Ihr seht, worauf ich hinaus will.

Nix ist so gut wie frisch. Wenn ich gebacken habe, schneide ich den Knust links und rechts ab, sobald das Brot abgekühlt ist, und snack den weg. Das ist das Highlights des Backens! Was wir absehbarerweise nicht schnell verbrauchen können, friere ich direkt ein. Wußtet ihr, dass Brot aus dem Tiefkühlschrank aufgetaut frischer schmeckt als Brot aus dem Kühlschrank?


Brot Foto by Daniel Kocherscheidt / pixelito.de

Selbstgebackenes Brot ist immer ein tolles Geschenk. Ich finde es schön, Gastgeschenke mitzubringen, wenn ich jemanden besuche, und Brot braucht man irgendwie immer. Wenn es noch dazu ein richtig gutes aus dem eigenen Ofen ist, ist die Freude groß - größer als der Aufwand und die Kosten, die man hineingesteckt hat.

Kneten is the key. Ich hab es anfangs nicht so ernst genommen, aber ob man so einen Teig nur mischt oder tatsächlich die angegebenen "mindestens 5 Minuten" knetet, das macht einen großen Unterschied. Ich geb ja zu, im Alltag überlass ich das Kneten der Brotbackmaschine, denn das kann sie gut.

Hefe ist ziemlich robust. Wenn der Teig nicht hochgeht, ist er wahrscheinlich zu fest, wenn er zu schnell zusammenfällt und klitschig wird, vermutlich etwas zu weich. Probiert ein paar Rezepte, beobachtet, wie sich Teilkonsistenz zum fertig gebackenen Brot verhalten, und dann bekommt ihr ziemlich bald ein gutes Gefühl dafür, wie sich ein Teig anfühlen muss. Um Hefeteig gehen zu lassen, heize ich meinen Ofen auf 50° C vor, solange ich die Zutaten abwiege. Wenn ich anfange zu kneten, mach ich den Ofen wieder aus und lasse ihn leicht abkühlen, solange ich knete. So ist er schön warm, aber nicht zu heiß, wenn ich fertig bin. Damit die Oberfläche nicht austrocknet, spanne ich gern ein feuchtes Geschirrhandtuch über die Schüssel, um den Teig gehen zu lassen. Es gibt schon ein paar Regeln, wie "nicht zu heißes Wasser", aber wenn man bedenkt, dass sich Wasser bei 42°C schon ziemlich heiß anfühlt, ist es auch leicht zu merken, dass man die lebendige Hefe nicht damit quälen sollte.


Brot Foto by Lupo / pixelito.de
Sauerteig ist super einfach selber zu machen! Sauerteigansatz auf der Heizung zu züchten ist kinderleicht, und nach meiner Erfahrung ist der auch viel robuster, als mancher denken mag. Ich bin ja nun ein Schludri und vergesse meinen Sauerteig auch mal nen Tag zu füttern, aber bisher hat er mir das nicht großartig übelgenommen. Er gibt dem Brot einen kräftigen Geschmack und überdeckt dabei oft den Hefegeschmack, den mein Mann zum Beispiel gar nicht so gern mag. Besonders Roggenbrot und Vollkornbrote werden damit saftiger, was mir persönlich sehr wichtig ist. Für mehr Infos und Anleitungen empfehle ich wärmstens dieses Forum hier.
Home